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Historisches rings um das Waldschlösschenareal
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Im Norden der Landeshauptstadt Dresden erstreckt sich auf einer breiten Sandterrasse, der Dresdner Heide vorgelagert, der Militärbezirk der Albertstadt, benannt nach dem vor 130 Jahren regierenden Sachsenkönig. Schon lange hatte seinerzeit der sächsische Kavalleriegeneral Alfred von Fabrice den Plan vorgelegt, eine selbstständige Militärstadt vor den Toren der königlichen Residenzstadt zu errichten. Das auch damals fehlende Kapital in Höhe von 20 Millionen Goldmark musste größtenteils das im Krieg 1870/71 militärisch besiegte Frankreich zwangsweise hergeben.
Eine Vielzahl überdimensionierter Kasernen, heute teilweise vom Regierungspräsidium genutzt, sowie Zubehör mancherlei Waffengattungen für einst fast 12 000 Soldaten und Offiziere flankierten die drei Kilometer lange und 30 Meter breite Heeresallee, damals aufgeteilt in eine gepflasterte Fahrbahn und einen Sandstreifen für die Reiterei.
Dort, wo auf einem 23 Meter hohen Viadukt diese Prachtstraße den Prießnitzbach überquert, errichtete das dankbare Vaterland dem Kriegsminster Fabrice ein wuchtiges Mausoleum. An der Heeresallee und deren Nebenstraßen lagen die zahlreichen Neben- und Versorgungseinrichtungen der Truppe: das hoch-
brisante Arsenal (heute Industriegelände), der Provianthof (heute teils Stadtarchiv), das berüchtigte Militärgefängnis, das Lazarett und der Garnisonsfriedhof, aber auch mit der Gedenktafel des Stauffenberg-Vertrauten General Friedrich Olbricht, ferner die militärischen Stäbe und das schlossartige ehemalige Generalkommando (heute Militärmuseum), dessen Mittelachse exakt auf den Dresdner Schlossturm ausgerichtet ist.
Auf den Exerzierplätzen hinter den Kasernen sowie auf dem Alaunplatz wurden die Rekruten „geschliffen“, denn hier probte die sächsische Armee, schon von 1867 an nach Preußen-Deutschland einverleibt, für zwei damals gründlich verlorene Weltkriege. Ab 1918 wuchs die Dresdner Garnison zu einer der größten in der damaligen Weimarer Republik, da dieser Reichswehr-Standort außerhalb der vom Versailler Friedensdiktat vorgeschriebenen entmilitarisierten Zone lag. Ebenso dienten Albertstadtkasernen und Heeresallee der hitlerdeutschen Wiederaufrüstung ab 1935. Nach 1945 rollten hier die Panzer der sowjetischen Besatzungsmacht. Die noblen Offizierskasinos hallten wider von manch siegessicherem Umtrunk, wie der ehemalige Offizier Arnold Vieth von Golßenau, alias Ludwig Renn, zu berichten wusste.
Wie damals üblich wurden die beiden Teilabschnitte der Heeresallee diesseits und jenseits der Eisenbahnlinie nach dem seinerzeitigen sächsischen Königspaar Albert und Carola benannt. Heute trägt die einstige Heeresallee den Namen des Oberst Graf Schenk von Stauffenberg (1907 – 20. Juli 1944), der Hitler 1944 beseitigen wollte, um den Wahnsinn des bereits verlorenen zweiten Weltkrieges zu beenden.
Text: Günter Klieme | Foto: Ralf Krüger
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