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Waldschlösschenareal Dresden   Mittwoch, 07. Januar 2009 
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Aufstiegseuphorie bannt Insolvenzgefahr

Dynamo Dresden: Mit dem sportlichen Höhenflug kehrt auch der wirtschaftliche Erfolg zurück

Der Traditionsverein Dynamo Dresden ist seit dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga wieder ständiges Thema in den Medien. Während allenthalben die sportlichen Erfolge im Mittelpunkt stehen, fragte Stadtblick nach, wie sich die wirtschaftliche Situation darstellt.

Erfolg und Vergesslichkeit gehen oft Hand in Hand. Erinnern wir uns ans Frühjahr 2004: Nur die Tordifferenz entschied in der sehr ausgeglichenen und gut besetzten Regionalliga Nord letztlich über den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Trotz der riesigen Euphorie bereits im Vorfeld schaffte Dynamo Dresden den zweiten Aufstieg in drei Jahren nur hauchdünn – und entging somit wieder mal knapp dem finanziellen Kollaps.

Für den sportlichen Erfolg – vor vier Jahren nahezu undenkbar – steht der Name des Trainers, Christoph Franke. Im Hintergrund hingegen arbeitet seit 1999 Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster. Und zwar ständig am Rande des wirtschaftlichen Abgrunds. Denn das Erbe der Ären diverser erfolgloser Präsidenten, die schon in den vermeintlich goldenen Bundesligazeiten bis zu elf Millionen Mark Schulden anhäuften, wurde zu einem ständigen Vabanquespiel am Rande der Insolvenz. So rettete nur die glückliche DFB-Pokalauslosung gegen den Hamburger SV mit den Geldern aus der TV-Direktübertragung und eine einmalige Fanaktion – 2003 durchnummerierte Trikots mit der Aufschrift „Brustsponsor“ brachten je 99 Euro und hernach einen Sponsor. Präsident Jochen Rudi musste schon zuvor die zweite Liga anno 2005 als Pflicht ausrufen, damit die Lichter nicht plötzlich ausgehen.

Die Insolvenz vermied der Verein. Im Gegensatz zu etlichen anderen Traditionsklubs aus dem Osten schleppt er aber dafür den Schuldenberg weiter mit. Dieser stammt mittlerweile hauptsächlich aus den unsäglichen Vermarktungsmelkverträgen mit der „Kinowelt“. Dynamos „Schatzmeister ohne Schatz“ heißt Olaf Schäfer, ist 42-jähriger Uraltfan und dank geschickter eigener Geschäfte kaufmännischer Geschäftsführer auf ehrenamtlicher Basis, und plant dafür gleich eine halbe Million Euro Tilgung im Zweitliga-Etat von 6,7 Millionen mit ein. Bei der Mitgliederversammlung Ende September konnte Schäfer gar erstmals seit Jahren ein positives Ergebnis vermelden.

Die Euphorie hat aber auch andere Ausprägungen: Rund 2300 Mitglieder hat der Verein inzwischen – das sind fünfhundert mehr als Anfang 2003. Auch der Fanshop unter Leitung von André Butter floriert brillant: Trotz vorsintflutlicher Bedingungen stand 2003 eine Million Euro Umsatz bei Fanartikeln zu Buche. Diese Homepage von Dynamo hat gigantische Zugriffszahlen: 400 000 Besucher pro Monat bleiben im Schnitt fast 13 Minuten und verursachen 9,5 Millionen Seitenaufrufe. Mehr hat in Deutschland nur Bayern München, Borussia Dortmund hat weniger als ein Drittel.

Alles in Butter, könnte man meinen. Doch die Gefahr dieser Welle liegt im Misserfolg. Dass schon der Klassenerhalt ein sportliches Wunder wäre, will im Verein keiner so klar artikulieren. Weil jeder weiß: Ein paar Jahre zweite Liga würden gut tun – nicht nur finanziell und mental. Denn in den neun Jahren ohne Profifußball litt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Nachwuchsarbeit und das Klubimage. Auch die Stadionsituation vermasselt das Aufbruchsklima. Die Verdreifachung des Etats für die Profitruppe im Vergleich zum Vorjahr zieht magisch an, erfordert aber starke Sponsoren. So wäre für Dynamo der Klassenerhalt auch als Kassenerhalt zwingend.

Informationen

1. FC Dynamo Dresden, Geschäftsstelle
Lennéstraße 12, 01069 Dresden
Tel 0351/4394310
Fax 0351/4394313
verein@dynamo-dresden.de
www.dynamo-dresden.de
Mitgliedsbeitrag: 60 Euro pro Jahr,
Anträge in der Geschäftsstelle oder
zum Download auf der Homepage



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