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Waldschlösschenareal Dresden   Freitag, 10. September 2010 
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Kunst in der Galerie Brigitte Utz

Die Erben der Dresdner Malschule

Das so genannte Kunstquartier Dresdens ist ein Barockviertel zu beiden Seiten der Königstraße. Gute Nachbarschaft auch für ihre Galerie, dachte sich Brigitte Utz und zog vor zwei Jahren von der Schevenstraße auf die Rähnitzgasse um.

Die Künstler, deren Werke sie seit 1999 in ihren Räumen ausstellt, haben bei aller Individualität eines gemeinsam: das Studium in Dresden. Hier, wo zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine Hochburg des Expressionismus entstand, wurden auch die folgenden Generationen von dieser Strömung geprägt. „Ich möchte den Werdegang der Dresdner Malschule, das heißt den ihrer Schüler im 21. Jahrhundert zeigen“, erklärt Brigitte Utz. Nach gestalterischen Gemeinsamkeiten wählt sie die Werke hingegen nicht aus. „Es gibt abstrakte oder gegenständliche Arbeiten, Landschaften, Porträts und Stillleben. Schließlich hat ja nicht jeder den gleichen Geschmack, sondern ganz bestimmte Vorlieben.“

Während im ersten Stockwerk der Galerie Gemälde und Skulpturen sämtlicher vertretener Künstler zu betrachten sind, finden im Erdgeschoss wechselnde Ausstellungen statt. Einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeit sieht Brigitte Utz darin, den Interessenten bei seiner Auswahl von Anfang an zu unterstützen. Dazu gehört unter anderem, dass Bilder gewissermaßen „auf Probe“ in ihrer künftigen Umgebung aufgehangen werden. In den folgenden zwei Wochen kann der potenzielle Eigentümer sie in Ruhe betrachten. Erst dann entscheidet er sich endgültig. Würde sie in bestimmten Fällen auch vom Kauf eines Werkes abraten? „Natürlich. Ich möchte nicht in erster Linie etwas verkaufen, sondern, dass meine Kunden mit ihrer Wahl zufrieden sind.“

Anfangs waren es die politischen Hintergründe der Künstler und die Ost-West-Begegnung, welche die ursprünglich aus Süddeutschland stammende Galeristin faszinierten. Mit den Jahren hat sich alles ein wenig abgeschliffen, sagt sie. Auch, dass sie versucht, die Kunst jetzt in den Vordergrund zu stellen und die Politik gewissermaßen außen vor zu lassen. Denn wer die Realität in der DDR nicht selbst gelebt habe, könne diese ohnehin nie ganz nachempfinden. Ebenso verschieden wie die Stile und Charaktere der Kunstschaffenden sind auch die der Käufer. Sich mit beiden Seiten auseinanderzusetzen, ist nach Meinung von Brigitte Utz ein reizvoller Aspekt bei der Arbeit als Galeristin. Kunstwerk und künftige Besitzer finden auf unterschiedlichste Weise zueinander. „Viele Leute lesen den Namen eines Künstlers im Schaufenster, treten daraufhin ein und fragen nach.“ Wer also demnächst durchs Dresdner Kunstquartier bummelt, ist eingeladen, sich selbst in der Galerie umzuschauen und so vielleicht „seinem“ Kunstwerk zu begegnen.

Informationen

Galerie Brigitte Utz
Rähnitzgasse 17, 01099 Dresden
Tel 0351- 2 64 04 58
Fax 0351- 2 64 04 87
Funk 0178- 6 01 60 50
galerie.brigitte.utz@gmx.de

Di 11.30-16 Uhr, Mi & Do 11.30-19 Uhr,
Fr 11.30-20 Uhr, Sa 12-18 Uhr und
nach Vereinbarung.

Ausstellung bis 19. Juni 2004:
Annette Schröter: "In Tracht".
Bilder und Papierschnitte

Text: Ina Sühn | Fotos: Galerie PR



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