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aus: StadtBlick 11 | 2003
Großartiger Auftakt mit „Rosalie“ in der Art Academy
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„Wachgeküsst“ heißt die erste Ausstellung in der Art Academy an der Radeberger Straße 28. Und so viel darf bereits gesagt werden: Die Premiere ist ein verheißungsvoller Auftakt. Mit der Künstlerin und Professorin für Bühnen- und Kostümbild „Rosalie“ wurde gleich mit einer international bekannten Größe aufgewartet. Ihr bürgerlicher Name übrigens – das gehört zum gesamten Erscheinungsbild – bleibt im Verborgenen. Dabei kann sich diese ungewöhnliche Kunst durchaus sehen lassen. Denn Rosalie experimentiert gern. „Ich bin voller Lebensfreude, suche ständig nach neuen innovativen Materialien“, so die 50-Jährige, die sich wie eine 20-Jährige fühlt und nach eigenen Aussagen noch immer vor jeder Ausstellung aufgeregt ist wie ein Kind.
In den sieben Räumen der Villa sind überwiegend großflächige Abbildungen aus Plexiglasgranulat zu sehen, enorm farbenfroh und kombiniert mit Skulpturen wie einer modernen Eva ganz in Schwarz und überdimensionalen Fröschen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Plexiglasgranulat? Sie haben richtig gelesen. Millionen dieser winzigen Streusel wurden mit einem Spektrometer eingemessen und teilweise mit der Pinzette positioniert. Entstanden sind Abbildungen mit Plexiglasgranulat auf Leinwand in den ungewöhnlichsten Farben, die Motive zumeist Blumen. Die Poesie der Blumen und der spröde technische Werkstoff gehen eine irritierende Beziehung ein. Es entstehen Bilder, Objekte und Skulpturen, die je nach Lichteinfall blass schimmern oder regelrecht leuchten. Die Antipoden Technik und Poesie scheinen zu verschmelzen. Täuscht es, oder soll der Widerspruch aufgehoben werden?
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„Rosalie“ im Gespräch mit Galerist Stefan Franz Maier
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Es ist nicht sicher. In jedem Fall bleibt viel Platz für Interpretation, Fantasie und Diskussion. Die Initiatoren und Galeristen Ines Hüvel und Stefan Franz Maier sind jedenfalls überwältigt. „Ich bin schon vor Jahren auf Rosalie aufmerksam geworden, jetzt endlich kam es zu einer Zusammenarbeit, ich bin darüber überglücklich“, so Maier. Ines Hüvel fügt hinzu, dass es keinen besseren Auftakt für die neue Galerie geben konnte. Und auch die Künstlerin zeigt sich zur Eröffnung, die mehr als 150 Neugierige besuchten, überaus zufrieden. „Die Räume sind fantastisch. Auch die Stadt und die Menschen sind wunderbar. Es wird gewiss nicht mein letzter Auftritt in Dresden sein.“
Die Ausstellung kann übrigens auch virtuell im Internet besucht werden. Mehrere farbig bebilderte Rundgänge gestatten den Kunstgenuss unter www.art-academy-gmbh.com vom heimischen Sessel aus.
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Theaterarbeiten (in Auswahl)
Raum und Kostüme
1981 | Pollicino von Hans Werner Henze, Staatstheater Stuttgart
1986 | Khamma von Debussy Mailänder Ballett, Teatro alla Scala, Milano
1988 | Leyla und Medjnun von Detlef Glanert 1. Münchener Biennale für neues Musiktheater (Uraufführung)
1990 | Faust I von Goethe, Schillertheater Berlin
1994-98 | Der Ring des Nibelungen von Wagner, Bayreuther Festspiele
1994 | Salome von Strauss, Opera du Rhin, Strassburg und Opera Sao Carlos, Lissabon
1996 | Die Frau ohne Schatten von Strauss, Semperoper Dresden
2001 | Penthesilea nach Kleist (Uraufführung) Ballett Florenz, Teatro del Maggio Musicale di Firenze Bruckner 8. Ballett von Uwe Scholz Leipziger Ballett, Oper Leipzig
2003 | Hamlet ruft Ein Shakespeare Tanzprojekt (Uraufführung) Nürnberger Ballett, Oper Nürnberg
Etappen eines Künstlerlebens
1953 | Rosalie wurde in Gemmrigheim/N. bei Stuttgart geboren
1974-78 | Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart
1975-82 | Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
1977-82 | Bühnenbildstudium bei Prof. Jürgen Rose
seit 1979 | Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Schauspiel, Ballett und Film
1988 | 1. Preis für das beste Bühnenbild der ersten Münchener Biennale für Neues Musiktheater und Preis für das beste Kulturplakat der Stadt München
seit 1995 | Professorin für Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach/M.
1996 | Bild.Bau.Stelle, Künstlerische Leitung des Internationalen Workshops für Bühnenbildner: „Theater der Welt“ Dresden
2002 | Gründungsmitglied und Mitglied des Vorstands der Hessischen Theaterakademie, Frankfurt am Main
Informationen
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Art Academy
Galerie für Bildende Kunst
Radeberger Straße 28, 01099 Dresden
Tel 03 51 / 64 65 58-0
Fax 03 51 / 64 65 58-1
www.art-academy-gmbh.com
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr, außerdem nach Vereinbarung
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Text und Fotos: RK
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