König Albert und die „Faule Magd“
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aus: StadtBlick 10 | 2003
Das Militärhistorische Museum wird umgebaut
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Publikumsmagnet: Die „Faule Magd“ mit 500 Meter Reichweite
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Das Militärhistorische Museum in Dresden soll zu einem modernen Fachmuseum auf internationalem Niveau ausgebaut werden. In der sächsischen Landeshauptstadt soll die größte Ausstellung zur deutschen Militärgeschichte entstehen. Noch hält man sich bei der Bundeswehr bedeckt über die Ausmaße der Baumaßnahmen, doch bereits am 14. August 2003 wird Verteidigungsminister Peter Struck erwartet – und dann soll die Öffentlichkeit Genaueres erfahren. Ab 1. September wird ein Teil der Ausstellungen ausgelagert und in einer Halle hinter dem Hauptgebäude im Mai kommenden Jahres wieder eröffnet.
Bis dahin und auch während der Bauzeit gibt es zahlreiche Exponate, die den Weg in das Museum oberhalb der Stauffenbergallee lohnen. Ein Objekt beispielsweise fand schon bei einem Staatsbesuch großes Interesse. Als 1983 der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß in Dresden weilte, wollte er nicht darauf verzichten, die „Faule Magd“ zu besichtigen. Damals musste er nach Königstein fahren, um die berühmte Uralt-Kanone zu sehen. Heute steht der Koloss im Militärhistorischen Museum. Vor allem jüngere Betrachter staunen, wenn sie erfahren, dass dieses „Schießeisen“ aus dem 16. Jahrhundert eine Reichweite von 500 Metern hatte.
Auch die Jagdflieger MiG 21 und Jak 18, ehemals Vorzeigemodelle der deutsch-sowjetischen Militärflugzeugproduktion, genießen hier ihren Ruhestand. Zahlreiche Geschütze aus verschiedenen Jahrhunderten, Panzer, Raketen, die größte Granate der Welt, Uniformen, aber auch ein nachgebautes Schiff aus purem Silber – hier finden Geschichts- und Technikfreaks so manche Rarität. Begleitet und erklärt werden die Exponate durch zahlreiche Schaubilder, zeitgeschichtliche Quellen und Dokumente, Modelle und Gemälde. Dabei geht es nicht um Heroisierung oder Mystifizierung. Soldatenalltag wird ebenso dargestellt wie Krieg und Kriegserleben, die Folgen des Mauerbaus oder die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der damaligen DDR.
Zur Ergänzung der ständigen Ausstellung im Hauptgebäude kann auf dem angrenzenden Freigelände eine Repräsentation ausgewählter Großgerätetechnik aus der Zeit des Kalten Krieges besichtigt werden. Hier werden derzeit auf über 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gepanzerte Fahrzeuge, Geschütze, Flugzeuge und Wasserfahrzeuge der NATO und des Warschauer Paktes vorgestellt.
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Sogar Architekturfans kommen beim Wandeln durch die imposanten Hallen auf ihre Kosten: Man beachte nicht nur Kreuzgewölbe und Säulenhalle, viele Details wie Geländer, Leuchter und Sitzmöbel stammen aus Zeiten des früheren „Armeemuseums“ der DDR.
Informationen
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Militärhistorisches Museum Dresden
Olbrichtplatz 3, 01099 Dresden
Tel 03 51 / 8 23 28 03
www.milhistmuseum.de
Öffnungszeiten: Di bis So 9-17 Uhr
In den Ausstellungen wird die Geschichte des europäischen und deutschen Kriegs- und Militärwesens vom Mittelalter bis zur Gegenwart dokumentiert. Leiter des Museums ist seit 1. April 2003 Oberstleutnant Franz-Josef Heuser.
Aktuelle Sonderausstellung:
Albert von Sachsen (1828-1902).
Kronprinz – Soldat – König.
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Text: RK | Fotos: RK
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