Die Kügelgens – eine Malerfamilie im alten Dresden
aus: StadtBlick 10 | 2003
Historisches rings um das Waldschlösschenareal
An der Hauptstraße steht unweit der Dreikönigskirche das „Kügelgenhaus“. 1979 wieder in alter Schönheit entstanden, blickt es auf eine fast 300jährige Geschichte zurück. Bereits seit 1730 wird es wegen des Schriftzuges am Giebel „An Gottes Segen ist alles gelegen“ auch Haus „Gottessegen“ genannt.
Nahe beim Dresdner Waldschlösschenviertel, gegenüber der Einmündung der Jägerstraße in die Bautzner Straße, erinnert eine schlichte Gedenktafel an den Dresdner Maler Gerhard von Kügelgen. Hier wurde er, erst 48 Jahre alt, in der Abenddämmerung des 27. März 1820 von einem marodierenden Kanonier der Dresdner Garnison hinterrücks erschlagen und ausgeraubt. Von seinem Loschwitzer Weinberg wollte der stadtbekannte Künstler zu seiner Wohnung in der inneren Dresdner Neustadt zurückkehren. Das „Kügelgenhaus“ (Hauptstraße 13) ist noch heute ein touristischer Anziehungspunkt.
Die Gedenktafel an der Bautzner Straße, Einmündung Jägerstraße erinnert an den tragischen Tod von Gerhard von Kügelgen.
Mit dem plötzlichen Tod seines geliebten Vaters hat später Wilhelm von Kügelgen, der älteste Sohn der Malerfamilie, seine Autobiographie „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ enden lassen. Als alter Mann gegen Ende seines Lebens, das am 20. November 1802 in Sankt Petersburg begann, schildert Wilhelm von Kügelgen in dem Buch seine glückliche Kindheit und Jugend im Dresden der Jahre 1805 bis 1820.
Anlässlich des 100. Todestages Gerhard von Kügelgens im Jahr 1920 ließ die Dresdner Tiedge-Stiftung den heutigen Gedenkstein neben dem Hauptportal der Loschwitzer Kirche errichten. Außerdem erinnert auf dem Loschwitzer Elbhang die Kügelgenstraße noch immer an diese Dresdner Malerfamilie.
Das Kügelgenhaus ist heute das Domizil des Museums zur Dresdner Frühromantik. In neun thematisch gestalteten Räumen wird eine bedeutsame Epoche der Dresdner Kultur- und Geistesgeschichte im 18./19. Jahrhundert wieder lebendig. Zwei der verschiedenen Räume zeichnen sich durch bemalte Holzdecken mit einem emblematischen Bildprogramm aus.
Informationen
Museum zur Dresdner Frühromantik im Kügelgenhaus
Hauptstraße 13, 01097 Dresden
Tel und Fax 03 51 / 8 04 47 60 mdf@stmd.de www.stmd.de