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Waldschlösschenareal Dresden   Dienstag, 07. Februar 2012 
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Milchexpansion mit Brauereiblick

aus: StadtBlick 5 | 2002

Die Sachsenmilch AG zieht mit ihrer Verwaltung ins Waldschlösschenareal

Das Firmengelände der Sachsenmilch AG in Leppersdorf bei Dresden.

Wer in Dresden kennt Aretsried? Wahrscheinlich nicht einmal alle Müllers! Bei der nächsten Hilfestellung, Molkerei Alois Müller, assoziiert dann schon die Mehrheit den mittlerweile hundertprozentig bekannten Markennamen „Müllermilch“.

Aber die künftige Erfolgsgeschichte „Milch meets Brauerei“ bedarf dann doch einer kleinen Vorgeschichte unter dem zutreffenden Motto „Alles Müller, oder was?“. Die Erfolgsnamen Alois und Theo werden umrahmt von Ludwig und Gerd. Ersterer war der Gründer der kleinen bayrischen Dorfmolkerei in eben jenem Aretsried anno 1896. Über Alois, gelernter Käser, der die Firma als Weichkäserei ab 1938 übernimmt und mit vier Mitarbeitern 1970 an Theo übergibt. Gerd Müller gehört natürlich nicht zur Familie, aber mit ihm begann dann 1977 die Expansionsära. Der nationale Werbeauftritt brachte zusammen mit Investitionen in neue Verfahrenstechniken erstmalig einen Umsatz von 50 Millionen Müllermark.

Ein eigenes Becherwerk („Optipack“), eine hauseigene Kühlspedition („Culina“) und eine eigene Fahrzeugtechnik („FTA“), der Kauf einer großen Sauermilchkäserei und die Auslagerung der Fruchtzubereitung auf die „Naturfarm GmbH“ bereiteten den finanziellen Boden für die überzeugenden Markteintritte in England (1991), Italien (1995) und nicht zuletzt Sachsen. Letzter begann als Pächter bei der abgeschlagenen Sachsenmilch AG, die später als Konkursmasse ihre in Bau befindliche Großmolkerei in Leppersdorf einbrachte. Schon 1995 war mit 500 Millionen Mark Investitionssumme die modernste Großmolkerei Europas in Betrieb. Die Müller-Gruppe installierte auch alle vier Töchter am Standort, so dass mittlerweile fast ein Viertel der 3.800 Mitarbeiter sich hier um Verarbeitung und Vertrieb von einer Milliarde Liter Milch pro Jahr in Form von Frischprodukten, H-Milch, Butter, Käse und Milchpulver kümmern. Übrigens: Der Umsatz beträgt heute rund 2,7 Milliarden Müllermark pro Jahr.

Ab Februar – also genau 25 Jahre nach dem Startschuss auf der Entwicklung zur Milchmacht Nummer eins – erobert nun „Müllermilch“ in Form seines ostdeutschen Aushängeschildes namens Sachsenmilch AG die Landeshauptstadt. Der Legende nach gefiel Theo Müller das repräsentative Waldschlösschenareal mit dem herrlichen Elbblick und natürlich auch die Stadt selbst so gut, dass er den Umzug des gesamten Verwaltungsapparates von Leppersdorf nach Dresden forcierte. Mindestens 85 bis 90 der derzeit rund 900 Leppersdorfer Mitarbeiter der Müller-Gruppe werden künftig die Synergieeffekte der freistaatlichen Verwaltungsnähe zur eigenen Betriebslenkung nutzen. Bisher residieren sie noch in Bürocontainern neben dem einzigen Standort in den neuen Bundesländern.

Nach der Anmietung von 2.300 Quadratmetern großzügiger Bürofläche begann Mitte November der Ausbau. Neben der Einteilung in optimale Arbeitsbereiche leistet sich die Sachsenmilch eine Vollklimatisierung. Martin Gumpp, Projektleiter Sonderprojekte am Hauptsitz in Aretsried: „Unsere Leute haben sich einfach ein angenehmes Arbeitsklima verdient.“ Zwei Millionen Mark werden dafür und in die Zukunft investiert, denn der Mietvertrag läuft über zehn Jahre mit Option. Aber nicht nur Milch macht müde Männer munter: Nach Umbau und Umzug wird ab Frühjahr im eigentlichen „Waldschlösschen“ nicht nur mehr bayrisches Bier verzehrt, sondern auch der eigentümliche Dialekt fröhliche Urständ feiern. Dass die Müller-Invasion nach Dresden an Milchbärten visualiert wird, ist nicht zu befürchten. Aber zumindest ein neuer Werbespot wäre denkbar.

Informationen

www.muellermilch.de

Text: Elmar Mann | Fotos: Sachsenmilch AG



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