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aus: StadtBlick 5 | 2002
Kulttanzgaststätte in der Neustadt
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Seit November 1997 präsentiert sich der denkmalgeschützte Ballsaal wie neu.
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Die Albertstadt im Norden Dresdens ist schon längst aus ihrem langweiligen und zudem noch tristen Schlaf erwacht. Jahrzehntelang war es um den „Lindengarten“, der Ende des 19. Jahrhunderts als florierender Ausschank für eine Brauerei entstand, traurig bestellt.
Als die Brauerei um 1900 an das Stromnetz angeschlossen wurde, gab es bald auch für das beliebte Ausflugslokal statt trüber Gasfunzeln eine moderne Beleuchtung. Bis 1986, immer im Besitz der Familie Naumann, wurde das florierende Tanz- und Ausflugslokal mehrmals saniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Dresden Mangel an großen Sälen, so dass zeitweise hier sogar Theater gespielt wurde. Übrigens war es nach 1945 die sowjetische Besatzungsmacht, die sich dahinter klemmte, dass hier inmitten der von der Roten Armee bezogenen Kasernen so bald wie möglich wieder getanzt werden konnte. Anfangs durften auch die Herren Offiziere ausgehen, zum „Russenschwof“, wie es abschätzig hieß. An den Saal wurden eine Teestube (Tasse für 25 Pfennig!), eine Bar und eine Tanzdiele angebaut. Mit dem Motto „Drei Säle, drei Kapellen, drei Möglichkeiten“ zog man vor allem an den Wochenenden mit einem kleinen Eintrittspreis bis zu 1000 Besucher an. Etwas abschätzig wurde die Tanzgaststätte als Treff für Dresdens „reifere Jugend“ bezeichnet, obwohl hier nur namhafte Kapellen spielten. Vor der Wende war der große Saal so herunter gewirtschaftet, dass größere Instandsetzungsarbeiten fällig waren. Nach dem Verkauf des „Liga“-Geländes wurde 1996 mit dem Bau des neuen Hotels, dem Park Plaza Hotel Dresden, begonnen. Der unter Denkmalschutz stehende Ballsaal präsentiert sich nach gründlicher Rekonstruktion seit November 1997 mit gusseisernen Säulen und Bühne wie neu. Von der Innenausstattung ist nichts altes übrig geblieben, aber die Großzügigkeit der Gründerjahre sieht man der liebevoll restaurierten Deckenbemalung im Stil des Neobarock noch an. Anstelle von schwerem Plüsch und monströsen Saalleuchtern dominiert heute luftiges Design; die großen Saalfenster sind nicht abgedunkelt. Wer mehr über die Dresdner Ballhaustradition erfahren möchte, dem sei die Publikation von Volker Helas empfohlen: „Ballhäuser in Dresden“, deren noch erhaltenen Bestand der Filmemacher Ralf Kukula fotografierte. Während die meisten der „Tanzetablissements“ verkamen oder zweckentfremdet Produktionsräumen weichen mussten – so zog in den „Weißen Adler“ auf dem Weißen Hirsch ein Betriebsteil des VEB Herrenmode ein – blieb der „Liga“ als Beispiel privatwirtschaftlicher Beständigkeit erhalten.
Generalmanager Frank U. Schwabe weiß um die Vorzüge „seines“ Park Plaza Hotels, welches er jetzt nach vielen Stationen an erstklassigen Hotels in aller Welt betreibt. „Zu unserem Firmenkonzept gehört ein professionelles Zusammenspiel zwischen Kunst, zeitgenössischem Design und moderner Hotelarchitektur. Die besondere Note – heute sagt man dazu Highlight – erhalten wir durch das Integration des traditionellen Ballsaals, des „Lindengarten“.
Der Blick in den lichtdurchfluteten Saal, der gerade für eine Galaveranstaltung eingedeckt wird, ist wie eine Visitenkarte. Die erfolgreiche Ausrichtung von bilateralen Konferenzen, aber auch von Bällen wie der Frühlingsgala mit den Dresdner Salondamen und der bevorstehende Silvester-Gala werden zunehmend angenommen. Selbst der verwöhnte Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank entschied sich, eine festliche Gala in der Kulttanzgaststätte „Liga“ durchzuführen.
Wenn man einen der öffentlichen Bälle wie in „alten Zeiten“ besucht – die legendenumwoben sind, spürt man, dass das Team um Schwabe das Trumpf-Ass „Liga“ auszuspielen weiß ...
Auch das ist geblieben, die „Liga“ kann bequem mit der Straßenbahn Linien 7 und 8 sowie der Buslinie 91 vom Waldschlösschen erreicht werden.
Text: Dieter Zumpe
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